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Auch wenn unsere Vereinschronik eigentlich erst mit dem Jahre 1972 beginnt, so bedeutet das nicht den Anfang des Rainer Faschings! Die Rainer feierten schon immer gerne, und speziell Fasching war immer ein Grund, die halbe Stadt, wenn’s nur ein bisschen ging, aus den Angeln zu heben.

März 1546
In einem „Streiflicht aus der Höchstädter Schulgeschichte“, ist der Fasching in Rain erstmals erwähnt:
… Den bisherigen Schulmeister Bartholomäus Hudler entließ der Rat im März 1546 seines Unfleißes wegen und weil er ohne Wissen und Willen des Bürgermeisters zehn Tage bei der Fasenacht in Rain am Lech verbracht hatte.“ Seine Nachfolge trat Johann Jäger, der bisherige Schulmeister in Rain, an.
(A. Layer, Höchstädt a.d. Donau, 1981, S. 181)
Bartholomäus Hudler kehrte am Aschermittwoch, den 9. März, die 30 km nach Höchstädt wohl zu Fuß zurück.

18. Februar 1871
Im Rainer Wochenblatt wird zu einer Tanzveranstaltung eingeladen.

31. Januar 1894
Es wird im Wochenblatt zu „Faschingsunterhaltung“ am 5. Februar eingeladen

1898
Schon 1898 ist im Rainer Wochenblatt eine Anzeige zu finden, wonach der Turnverein Rain „Gut Heil“ am 15.01.1898 für eine Faschingsunterhaltung, verbunden mit turnerischen Produktionen und darauffolgender Tanzveranstaltung, wirbt.
Ebenso finden wir unter „Lokales und vermischte Nachrichten“ am 24.02.1898 einen ausführlichen Bericht über den am 22.02. stattgefundenen „Maskenumzug“. Wenn man aber den gesamten Text genau liest, lässt sich daraus schließen, dass auch schon vorher, aber leider nicht durch Berichte belegt, Maskenzüge stattgefunden haben; denn es heißt u.a. wörtlich: „Auch der diesjährige Maskenzug brachte wieder viel Leben in unsere Stadt …“
In einer Anzeige im Rainer Wochenblatt findet sich sogar schon eine Annonce „Bekanntmachung des Großen Rates – im Namen des Narren-Komitees werden hiermit sämtliche Narren aufgefordert und speziell wird den Ausschussmitgliedern der sämtlichen hiesigen Vereine der prompte Auftrag erteilt, sich Freitag, den 21.01.1898, Abend 8.00 Uhr im Probezimmer des Herrn Georg Bschorer einzufinden. So geschrieben im Jahre des Heils 1 8 9 8 – Das Narrenkomitee“.

davor_bild11900 / 1901
Im FCR Archiv finden sich zwei Plakate, welche zum Faschingsumzug am Sonntag den 25. Februar 1900 und Faschingsdienstag den 19. Februar 1901 aufrufen.

1928
1928 entdecken wir in einem Auszug des „Rainer Stadt- und Landboten“ folgende Zeilen: „Im vollbesetzten Bschorersaal war Varietevorstellung der Fam. Waitzmann … . Besonders Weiß Ferdl vom Platzl erfreute die Zuhörer durch seinen geldenen Münchner Humor…“
davor_bild2Am 4.02.1928 findet in Rain die „Große-Sulz-Redoute“ statt. Dem Inserat nach gab es in diesem Jahr einen „Prinz Karnevall“ samt Gefolge, der auf einer Festsau Einzug hält.

Wiederum ist in diesem Jahr vom „Rainer Faschingskomitee“ die Rede. Am Faschings-dienstag findet ein Faschingszug statt. Darüber schreibt der „Rainer Stadt- und Landbote“ am 17.02.1928: „Die Vorstellung am Fasnachtdienstag wird zu einem Markstein der Geschichte der Stadt Rain“.

1929
1929 liest man von Faschingsveranstaltungen verschiedenster Art. Aber es heißt auch: „Ein Faschingsumzug findet in diesem Jahr nicht statt“. Laut „Rainer Stadt- und Landbote“ herrscht vom Faschingssonntag bis Faschingsdienstag „sibirische Kälte“ – es werden -40°C gemessen.

1930
1930 finden sich wiederum viele Faschingsball-Annoncen. Vorwiegend ansässige Vereine laden ein. Am 14.02. lädt der Fußballclub zum „größten Maskenball der Saison“ ein.

1931
1931 ist im Rainer “ Stadt- und Landboten “ zu lesen:
„Betreff der Fasinacht kann ich Dir mitteilen, dass es noch nicht gewiss ist, ob die Rainer einen Maschkra-Zug machen oder nicht. Doch das eine ist gewiss, dass ich heuer eine eigene Faschingszeitung herausgebe, weil ich den schlechten Zeiten durchaus keinen Schwung lasse. Ich kann doch nicht solange die Fotzn runterhängen, bis wieder bessere Zeiten kommen“.

1932
1932 scheint der Bazillus „Faschingsfieber“ wieder in Rain grassiert zu haben. Der „Rainer Stadt- und Landbote“ veröffentlicht am Freitag, den 12.02.32: „Gott sei Dank, dass die Fasinacht vorbei ist, wenn’s noch länger dauert hätt, dann wären noch alle Rainer narrisch geworden. Die ersten Anzeichen traten schon am glumpigen Donnerstag auf …“. Der „Glumpige Donnerstag“ scheint schon immer eine besondere Anziehungskraft gehabt zu haben.

1934
Wenn wir alte Fotoalben durchsehen, entdecken wir Fotos, die Auskunft über einen im Jahre 1934 durchgeführten Faschingszug geben.

1952
Erst nach dem 2. Weltkrieg, nach Rückkehr der Soldaten von den verschiedensten Fronten und Gefangenenlagern und der darauffolgenden Währungsreform, finden sich wiederum Rainer zusammen und betreiben erneut die Organisation eines Faschingszuges.
Franz Hirschbeck, Heinrich Busch, Michael Rieder, Max Würmseher, Werner Narr, Josef Klostermeier und Georg Rabuser bringen ganz Rain auf die Beine.

1953
Von 1953 bis 1961 finden alljährlich in den Straßen Rains Faschingsumzüge, jeweils am Faschingssonntag, statt. Die Initiative geht dabei vorwiegend von Franz Hirschbeck aus, der mit seinem gesamten Hab und Gut die Haftung übernimmt. Etwas zögernd, aber immerhin schon in den Anfängen deutlich erkennbar, etabliert sich in diesen Jahren eine Faschingsgesellschaft. 1959
ist der spätere 1. Bürgermeister Karl Würmseher im Faschingsclub als Schatzmeister tätig. Ab davor_bild3diesem Jahr läuft bei der Stadtsparkasse Rain ein Girokonto für das „Faschingskomitee“. Immer turbulenter wird dann in der Folge auch der „Lumpige Donnerstag“ oder auch die „Weiberfasnacht“, die aber auch die Männerwelt weidlich nützt, um einmal unerkannt ausgelassen Späße treiben zu können. An diesem Tag sind die Lokale gerammelt voll, die ganze Stadt wimmelt von lustigen, frechen, schönen und wilden Masken.

1960
Auch im Jahr 1960 findet ein Umzug mit Faschingswägen und Prinzengarde statt. Die Kosten von 612,03 DM werden durch eine Spendensammlung während des Faschingszugs aufgebracht.

1961
davor_bild41961 findet sich nun doch eine ganze Anzahl faschingsbegeisterter Rainer zusammen. Am 25.01.61 wird die Neugründung eines Faschingsvereins beschlossen. Auch hier ist wiederum federführend Franz Hirschbeck tätig. 40 Mitglieder können geworben werden. Pünktlich zum Faschingssonntag am 12. Februar findet der Rainer Faschingszug statt. Zu diesem Tag findet sich auch eine Rechnung vom Brauhaus Bäuml über 44 Flaschen Wein und 151 Maß Bier.
Am 9.11. des Jahres lädt „Das vorläufige Faschingskomitee“ zur Gründungsversammlung am 11.11.61 in den Gasthof Bäuml ein. 26 Personen sind anwesend um die „Roaner Hollagi“ zu gründen. Die Kosten für die Veranstaltungen steigen an, schon damals müssen ca. 1400 DM aufgewendet werden, um notwendige Dekorationen, Versicherungen etc. zu bezahlen. In diesem Jahr erscheint wiederum eine Faschingszeitung, die „Roaner Stadtratschn“.

1962
Auch im Jahr 1962 findet ein Faschingszug in Rain statt.

1963
Am 26.02. berichtet die Neuburger Rundschau, dass „der Rainer Faschingszug die einzige Veranstaltung dieser Art im Neuburger Stadt- und Landkreis war“. Dieser Umzug sollte auch der letzte für die kommenden 8 Jahre gewesen sein.

1972
Erst am 7. Januar 1972 trafen sich 9 Personen in der Gastwirtschaft Ferschl um den Faschingsumzug wieder zu beleben. Einberufen von Josef Wiedemann waren mit dabei: Franz Hirschbeck, Sepp Öxler, Sebastian Mayr, Franz Müller, Ludwig Schillinger, Gundula Schmelcher, Fritz Stempfle und Anton Wiest.
Schon am nächsten Tag erschien in der Neuburger Rundschau die Anzeige, dass am 13. Februar der vom Faschingskomitee und dem TSV 1896 Rain e.V. organisierte Faschingszug stattfinden soll.
Bei der zweiten Zusammenkunft am 13. Januar im Gasthof Schmelcher erklärte TSV-Vorstand Anton Fuchs, dass der Sportverein bereit ist, den Faschingszug als Untergruppe zu tragen. Gewählt wurden Anton Fuchs (Vertreter des TSV), Franz Müller (Schriftführer), Herbert Schroder (Kassier), Alfred Bauer (Hoffotograph), Helmut Haschner (Hofmalermeister) und Georg Haschner (Musikmeister). Ins Faschingskomitee wurden 15 Personen gewählt. 7 Tage später traf man sich erneut, hier wurden Hosef Wiedemann zum 1. Vorstand und Franz Hirschbeck zum 2. Vorstand gewählt. Es waren bereits 21 Personen anwesend. Bei einer Pressemitteilung an die Neuburger Rundschau bezeichnete man sich selbst als „Narrhalla“ Rain. Bei der letzten Zusammenkunft vor dem Gaudiwurm waren dann 26 Personen anwesend und es konnte berichtet werden, dass sich schon 30 Wägen angemeldet haben. 3 Kapellen und auch die Prinzengarde hatten ebenfalls ihr Kommen zugesagt.

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